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Auf dem Weg entlang der Klosterkirche fällt schon von Weitem ein besonderer Blickfang ins Auge: ein Wetterhahn, der im Sonnenlicht golden glänzt. Angebracht wurde er Anfang der 1990er-Jahre vom Angermünder Kunstschmied Wilfried Schwuchow – doch seine Entstehung ist mit einer Geschichte verbunden, über die damals die ganze Stadt schmunzelte.
Die Denkmalbehörde hatte klare Vorgaben gemacht: Der Hahn dürfe nicht golden sein, sondern müsse schwarz ausgeführt werden. Schließlich sei das Kloster einst ein Haus der Bettelmönche gewesen, ein goldener Hahn hätte nicht zur Geschichte der Armut gepasst.
Doch diese Auflage widersprach Schwuchows handwerklichem Ehrgefühl. Also fertigte er einen goldenen Wetterhahn und „kleidete“ ihn kurzerhand in ein schwarzes Gewand. Aus der Ferne wirkte er genau so, wie es die Denkmalpfleger gefordert hatten. Sie begutachteten das Werk, nickten zustimmend und gaben grünes Licht.
Am Morgen vor der feierlichen Wiedereröffnung der sanierten Klosterkirche kam es dann zum entscheidenden Moment: Im Schutz der Dunkelheit ließ sich Schwuchow mit Hilfe der Feuerwehr noch einmal auf das Dach heben. Dort schnitt er das schwarze Gewand entzwei.
Plötzlich begrüßte ein strahlend goldener Hahn die aufgehende Sonne über Angermünde.
Die Geschichte sprach sich schnell herum und ganz Angermünde lachte über diesen augenzwinkernden Streich, der bis heute zeigt, wie viel Herz, Stolz und Humor in echter Handwerkskunst stecken.
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