Profil
Die Bekrönung der Schlosskirche Buch ist vorerst die letzte große Turmkrönung aus unserer Kunstschmiede – und eine der persönlichsten Arbeiten, die je unsere Werkstatt verlassen haben. In ihr steckt nicht nur Handwerk, sondern auch eine Zeit voller Hoffnung, Geduld und Rückkehr.
Der erste Kontakt zu diesem Auftrag entstand bereits im Jahr 2016. Damals jedoch noch unter Vorbehalt, denn die Fördermittel für die Sanierung standen noch nicht zur Verfügung. Kurz darauf veränderte ein einschneidendes Ereignis alles: Im Sommer 2017 erlitt Willi einen Schlaganfall. Als er im September in die Werkstatt zurückkehrte, war nichts mehr selbstverständlich. Es gab kaum Aufträge, viel Ungewissheit – und die Frage, was noch möglich sein würde.
In dieser Zeit begann er, wieder mit den Händen zu arbeiten. Nicht aus Pflicht, sondern aus einem inneren Drang heraus. Fast wie eine Therapie.
Zwischen September 2017 und September 2018 entstand so Stück für Stück die Bekrönung – zunächst ohne festen Auftrag, einfach im Vertrauen darauf, dass sie eines Tages ihren Platz finden würde. Willi fertigte nicht nur die Kugel aus flachem Kupferblech, die er im Wechsel ausglühte, klopfte und schlichte, bis zwei perfekte Halbkugeln entstanden. Parallel dazu baute er auch die Helmstange, den Stahlkern, auf dem später alles getragen werden sollte, und das Kreuz in Sonnenform, das der Bekrönung ihren charakteristischen Ausdruck verleiht.
Ein ganzes Jahr lang wuchs dieses Werk in aller Stille. Aus Arbeit wurde Kraft. Aus Handgriffen wieder Vertrauen.
Noch bevor es eine offizielle Zusage gab, kam der Schlosskirchenverein zu uns in die Werkstatt, um sich die Bekrönung anzusehen. Irgendwann wurden die Fördermittel bewilligt, wir reichten unser Angebot ein – und erhielten den Auftrag. Dennoch blieb die fertige Form noch eine lange Zeit bei uns. Fast zwei weitere Jahre stand sie in der Werkstatt, als würde sie geduldig auf ihren Moment warten. Schließlich wurde das Blattgold beschafft, und 2024 bekam sie ihr endgültiges, leuchtendes Gesicht.
Dann kam der Tag, an dem sie auf Reisen ging.
Wir holten uns einen Anhänger von einem Freund und spannten ihn an unseren Mitsubishi L300 – unser Kultfahrzeug. Vater hatte ihn 1997 beim damaligen Mitsubishi-Händler in Angermünde neu als Firmenwagen gekauft. Dieses Auto ist bis heute ein Stück unserer Geschichte. Unverwechselbar, vertraut, und in der Region kennt ihn jeder. Wenn man ihn auf der Straße sieht, weiß man sofort: Das sind die Schwuchows. Früher Willi, heute Paul. Die Menschen grüßen, und oft reicht es, die Hand einfach oben zu lassen.
Auf diesen Anhänger montierten wir die vergoldete Kugel. Das Sonnenkreuz legten wir vorsichtig in den Kofferraum. Und dann fuhren wir los nach Berlin-Buch – bei hellem, strahlendem Sonnenschein. Auf der Autobahn funkelte die goldene Kugel auf dem offenen Hänger, und viele Autofahrer blickten hinüber. Es war, als würde sie schon unterwegs zeigen, wo sie hingehört.
Vor Ort erwarteten uns viele Menschen mit Kameras, Vertreter des Vereins und auch die Bürgermeisterin. Gemeinsam mit ihr verlötete Willi noch die Zeitkassette. Darin kamen Tageszeitungen, Münzen und Baupläne – Zeichen dieser Zeit, eingeschlossen für kommende Generationen. Danach wurde sie verschlossen und in der Kugel deponiert.
Dann kam der große Moment.
Am Kreuz waren links und rechts zwei Schlaufen befestigt. Der Kran nahm die Bekrönung daran auf und hob sie langsam in den Himmel. Wir gingen hinterher, begleiteten sie mit den Augen und nahmen sie oben in Empfang. Vorsichtig führten wir sie in den vorbereiteten Stahlkern ein. Alles passte. Ruhig, sicher, genau so, wie es gedacht war.
So fand ein Werk seinen Platz, das Jahre zuvor in einer Zeit der Unsicherheit begonnen hatte. Entstanden aus Geduld, aus Willenskraft und aus der Liebe zum Handwerk. Eine Bekrönung, die nicht nur einen Turm abschließt – sondern eine Lebensphase.Die vorerst letzte Bekrönung aus unserer Kunstschmiede. Der Auftrag kam schon im Jahr 2016. Damals aber noch unter Vorbehalt, weil dei Mittel noch nicht zur Verfügung standen.
Nach dem Schlaganfall im Sommer 2017 kehrte Willi im September zurück in seine Werkstatt. Da keiner wusste wie er sich erhlen würde, gab es auch keine Aufträge.
Als „Therapie“ kloppte der Meister die Kugel für eine Bekrönung – per Hand aus geradem Kupferblech.
Wochenlang im Wechel zwischen dem Glühen im Feuer und dem Kloppen bis zwei Halbkugeln zu erkennen waren. Dann hieß es Schlichten.
Ein Jahr später, 2018, war sie fertig – die Bekrönung für die Schlosskirche.
Die Auftragsbestätigung kam dann im Jahr 2022.
Die Bekrönung musste vergoldet werden und es musste der Kaiserstiel gefertigt werden bzw. die Aufnahme für den Stahlkern.
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